Schlaf der Freiheit [Technik und Aufbau]

Die Installation setzt sich aus einer Reihe Feldbetten der Zahl X zusammen. Art und Größe der Räumlichkeit bestimmen die Bettenzahl. Die Anordnung der Betten folgt einer reduzierten und überschaubaren Geometrie, vergleichbar der Situation von Massenunterkünften. Wir beabsichtigen, 40 Feldbetten im Chorraum der Regensburger Minoritenkirche in serieller Abfolge zu platzieren. Jedes Feldbett (192 x 65 x 40 cm) ist für sich betrachtet ein leuchtendes und klingendes Objekt – für die Dauer der Kunstmesse vollkommen autark eingerichtet, da Akkus resp. Batterien zum Einsatz kommen und damit aufwändige Verkabelung entbehrlich ist. Unterhalb der Liegefläche befinden sich jeweils fest montiert eine LED-Einheit (15 x 4,3 x 2,5 cm/inkl. 5 weiße LEDs) und eine akustische Minibox (5 x 5 x 5 cm/inkl. SD-Speicher, Lautsprecher & MP3-Player: Multiples). In Reihe/Serie aufgestellt, ergibt sich aus den gleichartigen Installationsobjekten ein Multiplikat.  Uns ist wichtig, dass die strenge Anordnung und Abgrenzung der Feldbetten über das schwebende Licht und den  schwebenden Ton eine gegenläufige Note bekommt. (Ähnlich dem numinosen Übergang vom Wach- in den Schlafzustand.)

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Beim Betreten des Installationsareals wird der Besucher ein akustisches „Grundrauschen“ vernehmen, ein allseitiges Gemurmel; Lautstärke und Tonlage im Stil von Gute-Nacht-Geschichten. Erst bei näherem Herantreten an das eine oder andere der „Liegen-Objekte“ lässt sich genau hören was da gesprochen wird. (Alle Boxen geben in einer Endlosschleife denselben Text wieder, von Liege zu Liege jedoch beim Aufbau der Installation zeitversetzt eingeschaltet.)

Im Menüpunkt “Tonmontage” finden Sie das Skript, das die Grundlage für die Tonaufzeichnung bildet. Die einzelnen Sätze werden abwechselnd von einer weiblichen und einer männlichen Stimme gesprochen. Der komplette Text besteht aus einer Montage divergierender und konvergierender Meinungen und Ansichten zum Schlaf. Zwischen die Zitate einer illustren Autorenschar haben wir

Äußerungen eingeflochten, die unsere Betrachtungen wiedergeben oder natur- sowie kulturwissenschaftliche Forschungsresultate zusammenfassen. Unsere Textmontage kreist um heterogene, ambivalente Eindrücke individueller und kollektiver Wahrnehmung von „Schlaf“ und „Freiheit“. Sie ist weder seminarhafte Belehrung noch schematisierende Propaganda, sondern als offene, multiperspektivische, kontroverse Reflexion ausgelegt und entsprechend auslegbar.

Intention
Tonmontage
Multiples